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Cyminology: Pressestimmen

Cymin SamawatieCymin Samawatie


Jazzzeitung, November 2015

Jazzfest Berlin 2015
Klangfarbenzauber: Diwan der Kontinente

Ulf Drechsel eröffnete den letzten Tag des 52. Jazzfests Berlin mit einem Hinweis auf die Situation der Flüchtlingsbewegungen der Gegenwart. Er verwies auch auf die Mitverantwortung des Westens daran, was sich an Tragödien abspielt. Jazz steht auch in politischer Verantwortung. Mit diesen Worten wechselte Ulf Drechsel zum ersten „Projekt“ des Abends, dem Diwan der Kontinente.

Das Ensemble aus 24 MusikerInnen vereinte 9 Nationen und Instrumente, die in dieser Kombination wahrscheinlich noch nie zusammenspielten. Darunter Koto, Duduk, Guzheng, Sheng, Hulusi, Streicher, Oboe, Posaune, Kawala, Marimba- und Vibraphon, Kontrabass, Saxophone, Stimmen, Baßklarinette, Kanun, Ney, Oud, Drumset – und Stimmen aus drei Sprachen. Cymin Samawatie und Ketan Bhatti zeichneten für die Komposition verantwortlich, Samawatie dirigierte und sang, während von hinten Bhatti am Drumset rhythmisch die Musik ordnete.

Man hätte jetzt eine wabbelige Musiksülze erwarten können, aber da täuscht man sich. In Wirklichkeit tat sich aber eine Kompositionsidee auf, die an eine Kantate erinnerte. Reine Instrumentalteile wechselten mit „Liedern“ sich ab. Das wurde den MusikerInnen auf den instrumentalen Leib geschrieben. Zusammengehalten wurde alles durch einige Repetitionsmuster, die schon mal wie bei einer isorhythmischen Motette ausschauten, wo sich Melos und Rhythmik ineinander verschieben – da passten auch zum Beispiel die unter anderem eingesetzten Texte von Rumi in die Zeit von wo aus sie in die Gegenwart sich katapultierten.

Dann wiederum gab es Tutti-Passagen, die klangen, als wälzte sich eine Musikraupe wie ein Klangorganismus durch den Raum. Klangfarbenmischungen gab es, die nur in einer solchen Besetzung zu hören sind – nicht als Effekt sondern aus dem Material heraus.

Die nicht so einfache Aufgabe haben Cymin Samawatie und Ketan Bhatti gelöst: Musik einer Welt und eben keine Weltmusik, die dann eher wie eine imperialistisch zugestellte Provinzmusik klingen würde.


Mannheimer Morgen, 19.03.2015

Ethno-Jazz: Cyminology in Mannheim
Klänge wie aus einem Zauberwald

Mannheim. Wie poetisch, spannungsvoll und zauberhaft Weltmusik heutzutage klingen kann, zeigt die Berliner Band Cyminology. Auf Einladung der Orientalischen Musikakademie Mannheim spielt die Gruppe um die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie am Freitag, 20. März, 20 Uhr, im Museum Zeughaus.

Sie stellt ihr exzellentes neues Album "Phoenix" (erschienen bei ECM) vor, das mit betörender Klangfarbenvielfalt prunkt. Cyminology kreieren darauf einen ganz eigenen musikalischen Kosmos, der sich von festen Stilkategorien löst und unterschiedlichste Einflüsse zu einer faszinierenden Melange zusammenfließen lässt, die weitaus mehr ist als die Summe ihrer Bestandteile.

Orientalische Melodieschnörkel umranken da pianistische Sehnsuchtsbeschwörungen, die den Geist deutscher Romantik in sich tragen. Vertrackte Rhythmen werden mit leichter Hand jazzig zum Swingen gebracht. Schroffe Dissonanzen schleichen sich in balladeske Volksweisen, die plötzlich eine neutönerische Kunstlied-Anmutung erhalten. All diese Gegensätze scheinen wie auf märchenhafte Weise ausbalanciert.

Die auf Persisch gesungenen Texte fügen dem Ganzen eine geheimnisvoll-exotische Aura hinzu. Man lauscht gebannt. Dass der klassische Bratschist Martin Stegner zu Cyminology gestoßen ist, verleiht der Gruppe noch mehr Tiefe und Mehrdeutigkeit. In Mannheim ist zudem Lokalmatador Joss Turnbull (Percussion) als Gast dabei. Das klingt vielversprechend. gespi


Jazzecho, 19.02.2015

Cyminology - Musik zwischen Mystik und Moderne

Auch auf ihrem dritten Album "Phoenix" verknüpft die Band Cyminology subtile Melodien und Rhythmen der persischen Lyrik mit kammermusikalischem Jazz.

Fünf Jahre nach dem letzten Album ""Saburi" melden sich die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie und ihre Berliner Band Cyminology mit ihrem dritten ECM-Album "Phoenix" zurück. Wie auf den beiden Vorgängern so setzen sich auch diesmal auf einzigartige Weise mit den subtilen Melodien und Rhythmen der persischen Lyrik auseinander, die einen erheblichen Einfluss auf die Kompositionen und Improvisationen des Ensembles ausüben.

Die JazzTimes attestierte der Musik von Cyminology eine "selbstdefinierende poetische Logik", die auch von den unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und musikalischen Erfahrungen der einzelnen Bandmitglieder geprägt ist. Zu Cymin, Pianist Benedikt Jahnel, Bassist Ralf Schwarz und Schlagzeuger Ketan Bhatti stieß für die neuen Aufnahmen der Bratschist Martin Stegner, der Mitglied der Berliner Philharmoniker ist und seit 2011 schon etliche Auftritte mit Cyminology absolvierte.

Die Bratsche gilt als das Instrument, das der menschlichen Stimme am ähnlichsten ist. Und so schlüpft Stegner hier in gewissem Sinnee die Rolle eines zweiten Sängers und verstärkt dadurch noch mehr den Eindruck eines kulturellen Dialogs in der Musik. Das Album ist dem Gedenken an Forough Farrokhzad (1935-1967) gewidmet, einer iranischen Modernistin, Dichterin und Filmregisseurin, auf deren mutige Texte Cymin schon für ihr erstes ECM-Album "As Ney" (2008) zurückgegriffen hatte.

Neben Farrokhzads kontroversen Liebesgedichten vertont Cymin Samawatie hier auch eigene Texte, klassische Sufi-Poesie von Hafiz (ca. 1325-1390) und Texte von Nima Yushij (1896-1960), der oft als der Vater der zeitgenössischen persischen Lyrik bezeichnet wird. Die Stücke schrieb Cymin größtenteils selbst, manchmal mit Jahnel, Schwarz und Bhatti als Koautoren.

"Das Bild des mystischen Vogels, der verbrennt und sich aus der Asche wieder neu ersteht, passt gut zu Cyminology", erklärt Cymin den Titel des neuen Albums. "Wir suchen stets nach etwas Neuem, nach etwas Wundervollem. Und das bedeutet manchmal, dass man sich auch von Dingen trennen muss, die einem ans Herz gewachsen waren."


Deutsche Welle, 02.08.2013

Cyminology go for a global sound, free of cliches

Persian poetry from the Arabian Nights mixed with modern, urban jazz - that's the recipe behind the music of Berlin-based band Cyminology: experimental and dodging the pitfalls of the world music genre.

It all began when then-music student Cymin Samawatie discovered a CD belonging to her aunt that featured medieval verses by the Persian poet Omar Khayyam. Samawatie was so fascinated with the texts that she presented a version set to music to her jazz professor and then to her band. Until then, Cyminology had worked in English.

But Samawatie's discovery marked the beginning of a new era for the multicultural Berlin quartet, founded in 2001. That's when they began combining vocal chamber jazz with Persian literary texts. "The poems are about desires and philosophical questions: Where did I come from, where am I going, why am I alive," explains Cymin Samawatie. The singer is troubled by how much gets lost in translation, quipping, "I always say that people should just learn Persian. Goethe learned it at 60, so it's never too late."

Rich chamber music

As she navigates between Eastern and Western sounds, Cymin is accompanied by band members with French and Indian roots, who effortlessly maintain the balance between urban jazz and Arabesque flourishes. Elegiac piano passages trade off with dynamic drum sequences and pulsating bass. The exotic, mysterious instrument hovering above it all is Cymin's voice.

"For outsiders, who don't understand the words, it's more like instrumental music, like classical," she says. "You take notice of the sound and can dive into it." After three CDs in which the quartet drew their words from the poems of old masters, 2011's "Saburi" marked the band's first album with their own lyrics.

"Saburi" translates to "patience," which is exactly what singer Cymin Samawatie needs when she thinks about conditions in Iran. She grew up in Brunswick, Germany, but her parents are from Iran. She feels a deep connection to the her parents' home country. The songs take up the situation there and give expression to hope that things will, at some point, turn out for the best.

Lovers and journeys

Two years later, Cymin Samawatie and her three bandmates - pianist Benedikt Jahnel, double bass player Ralf Schwarz and percussionist Ketan Bhatti - are on a new journey of discovery. "This time I've taken up modern Persian poetry and am getting into love songs for the first time," the singer said.

Of particular interest is the Iranian poet and filmmaker Forough Farrokhzad, who is considered a key representative of Iranian modernism. She died in 1967 at age 33 in a car accident, but in her short life, left deep marks on the Persian cultural scene. Farrokhzad wrote about the frustrations of wandering from lover to lover and the wounds that love can leave behind. For some, the divorced poet with a Western lifestyle represented the decay of traditional values, while for others, she was the epitome of independence and self-assertion.

The band's singer is equally fascinated by another great 20th century poet, Nima Yooshij. Setting his poem "Phoenix" to song, she explained, "This image of a mystical bird that burns up and from whose ashes new things arise - that fits well with Cyminology. As artists, we are always on the search for something new, something beautiful, and that means sometimes taking leave of things that have become dear to us."

A new approach

It's less about departure and more about symbiosis in the ambitious project "Diwan der Kontinente" (Book of Continents) that will premiere in August at the Berlin cultural festival called "Die Nächte des Ramadan" (The Nights of Ramadan).

For the project, Cymin Samawatie and her drummer Ketan Bhatti have assembled an orchestra of 14 musicians from Lebanon, China, Afghanistan, Siberia, the USA, Japan and Germany. The idea is to offer a musical take on the Islamic festival of Ramadan.

For the occasion, the two musicians came up with a new approach to composing. "Most projects like this just make use of cultural cliches," says Bhatti. "We're trying, on the other hand, to cross into experimental music that goes beyond being a kind of world music." Bhatti adds that the Germany of today is reflected in the project. He sees Germany as a place influenced and enriched by immigrants from widely varying cultures. "A new identity is emerging," he concludes.

Giving 400 percent

Ultimately, the "Diwan der Kontinente" orchestra is a larger-scale version of what Cyminology has long celebrated as a quartet. The musicians all live in Berlin, but have roots ranging from New Delhi to France and Iran. "We are four very strong characters, and each of us brings a personal life story to the band that shapes the music," says Cymin Samawatie.

As the group's front woman, it's important to her not to outshine her bandmates. Musical equality plays a big role in the group. "I always say, we try to bring 400 percent on stage. Each of us should be there 100 percent with our passions and musical stories," she added. But after ten years of working and playing together, there's a shared story, as well. "During a tour in Lebanon, three women came up to us and said, 'Your music gives us peace,'" Cymin Samawatie relates. "When people who are acquainted neither with jazz nor with Persian poetry understand and feel the music, then what more can you ask for as a musician?"
Suzanne Cords


Radio Classic Finland, Interview (engl.)


 

RBB Kulturradio, Januar 2014

Man hat selten so wenig klischeehafte Musik in einem solchen Rahmen gehört. Sagenhafte Stimmen und zeitlose Klänge. Die Künstler lassen sich in starker Weise aufeinander ein.


Der Tagesspiegel, August 2013

Samawatie setzt keine Harmonien, sondern sie montiert eine Partitur. Dafür ließ sie sich von den Künstlern unterschiedliche Improvisationen zuschicken. Diese akustischen Fragmente fügte sie dann zu einer Komposition zusammen. So wie die auf Persisch, Hebräisch und Arabisch erklingenden Gesangsstimmen schließlich ins Deutsche übergehen, so vereinen sich am Ende auch die unterschiedlichen Klangwelten zu einer Komposition. Aus dem babylonischen Sprachgewirr wird ein verständlicher Gesang und aus den Improvisationen ein interkulturelles Klangerlebnis. Aus Distanz Nähe schaffen, das ist es, was Cymin Samawatie und ihr Weltorchester machen.


Kulturmagazin Freiburg, 25.09.12

Fremd und vertraut. Bei Cyminology verbinden sich die improvisatorischen Freiheiten eines kammermusikalischen Jazz von heute mit dem strengen Regelwerk der alten persischen Poesie, begegnen sich Orient und Okzident, Mittelalter und Gegenwart, verschmelzen Fremdes und Vertrautes zu einem faszinierenden Ganzen . Ein bemerkenswertes Konzert
Thomas Staiber


FAZ, September 2012

Glockengleiche Brillanz: Cymin Samawaties singuläre Art, Töne liebevoll zu formen und zärtlich zu tragen, mit variablem Alt durch Oktaven zu mäandern, Worte gleichsam in Klang aufgehen zu lassen, verrät neben einer klassischen Ausbildung auch emotionale Tiefe. Trotz großer Gefühle klingt Samawatie nie pathetisch oder gar auftrumpfend. Ihr nuancierter Gesang wirkt, ohne vordergründige Ornamente und Arabesken, wie Verse der Dichter Rumi oder Hafis, die Samawatie teilweise vertont. Nachdenklich, kontemplativ und wunderbar lyrisch bezirzt Cyminology mit gedrechselten Details und ausgesuchten Klangfarben.
Norbert Krampf


Spiegel online, Dezember 2011

Sängerinnen mit persischen, türkischen und albanischen Wurzeln beleben die deutsche Jazzszene mit den Klang- und Sprachwelten ihrer Vorfahren. Zu den ersten Vertreterinnen der neuen Richtung gehört die 1976 in Braunschweig geborene Cymin Samawatie. Mit ihrem Quartett Cyminology hat Samawatie inzwischen Preise gewonnen und viele Länder bereist. Seit 2008 erscheinen Alben der Band beim EdelLabel ECM.

 

 

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