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Billy Cobham

Billy Cobham, Jahrgang ´44, gilt als einer der ganz Großen des Jazz. Schaut man sich die schier endlose Liste der Weggefährten dieses Ausnahme-Schlagzeugers und -Komponisten an, liest sich das wie das "Who Is Who" des Jazz. Miles Davis´ "Bitches Brew" oder "Birds of Fire" und "The Inner Mounting Flame" des Mahavishnu Orchestra sind nur einige von vielen Schlüssel-Produktionen des Electric Jazz, an denen Billy Cobham maßgeblich beteiligt gewesen ist. Auch "Spectrum" (1973) und "Crosswinds" (1974), zwei seiner eigenen Platten, gehören in diese Kategorie.

Billy Cobham (U. Germinale)


ProTon vertritt Billy Cobham
für Deutschland/Luxemburg

  • Spectrum Europa-Tournee vom 3.-10. August 2003
  • Billy Cobham & "Culture Mix" Tour Okt. 2003
  • Billy Cobham & "The Art Of 5" Record Rel. Tour Nov. 2003

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Der für einen Jazzmusiker Mitte der siebziger Jahre ungewöhnlich populäre Prototyp des Powerhouse-Drummers hat mit seinen perfekt unisono zur Hauptmelodie geführten Schlagabfolgen auf gestimmten Tom-Toms, Doppel-Basstrommeln und einer Vielzahl von Becken, mit dem Tempo seiner Snare-Wirbel und dem virtuosen Steuern des Drumsynthesizers innerhalb des Rock-Jazz-Idioms neue technische Dimensionen erschlossen.

Schon als Kind war Billy Cobham, der im Alter von drei Jahren mit seiner Familie aus seinem Geburtsland Panama in die USA kam, mit seinem Vater, einem Pianisten, aufgetreten. An der Brooklyn High School of Music and Art erhielt er eine formale Ausbildung, spielte u. a. mit George Cables und Clint Houston und gehörte dann einer Army-Band an. Noch bevor er 1968 aus der Army entlassen und Mitglied des Horace Silver-Quintetts wurde, hatte Cobham 1967/68 gelegentlich mit Billy Taylor, mit Hubert Laws, James Brown, Esther Philipps, Grover Washington und auch für Jazzmobile gearbeitet.

Bei George Benson folgte 1968 das Plattendebüt. Nach einer Europa-Tournee mit Horace Silver ließ sich Cobham als Studiomusiker in New York nieder, gründete 1969 aber auch die Fusion-Gruppe Dreams, die bis 1970 zwei Platten einspielte. Daneben gab es zu jener Zeit unzählige Engagements als Sideman bei Aufnahmen mit Quincy Jones, Larry Coryell, Les McCann, The Fifth Dimension, Stanley Turrentine, Gil Evans, Kenny Burrell, Miles Davis und John McLaughlin, mit dem er 1971 bis 1974 schließlich in der Supergruppe Mahavishnu Orchestra zusammenarbeitete.

Schon 1973 nahm Cobham erste Alben unter eigenem Namen auf: erst "Spectrum", nach dem sich seine bald darauf berühmte Gruppe benannte, dann "Crosswinds", "Total Eclipse", "Shabazz" (Montreux, 1974) und "A Funky Thide Of Things". Mit diesen Besetzungen, denen Musiker wie die Brecker Brothers, George Duke oder John Scofield angehörten, feierte der mehrfache Pollsieger Billy Cobham in den siebziger Jahren auf Festivals in aller Welt Triumphe. Ab 1976 leitete er zusammen mit George Duke eine neue Gruppe und engagierte sich zunehmend bei Drum Clinics und großen Werbeveranstaltungen für Schlagzeughersteller speziell der stimmbaren Tom-Toms namens Octobans.

1979/80 war Cobham u. a. mit John McLaughlin, Stu Goldberg und Jack Bruce in Europa unterwegs. Mit Chet Baker und Larry Coryell nahm er 1979 in Paris das Album "Tender Variations" auf, Soundtrack zu dem Film "Der Windhund".

Billy Cobham lebt seit 1981 überwiegend in der Schweiz, arbeitete mit seiner eigenen Gruppe Glass Menagerie ("Observations", 1981), trat - auch als Gast anderer Formationen oder Mitglied des kurzlebigen New Maravishnu Orchestra - bei zahlreichen Festivals, darunter Montreux, Camden und Warschau, in Erscheinung und wurde 1985 Mitglied von Johannes Fabers Konsortium.

Ende 1985 kehrte Cobham für kurze Zeit in die USA zurück und spielte mit einer neuen eigenen Gruppe das Album "Warning" ein. Seitdem arbeitet er bei Tourneen und Aufnahmen u. a. mit Frank Nimsgern, Jean-Paul Bourelly, Chris Beckers, mit Peter Gabriels Weltmusik-Projekt und mit Stanley Clarke und Larry Carlton in der Jazz Explosion Band Superband. Der Schlagzeuger, der auch an Aufnahmen von Freddie Hubbard, McCoy Tyner, Ron Carter, Randy Weston, Airto Moreira, Milt Jackson, Stanley Turrentine und Sonny Rollins mitgewirkt und 1993 im UNICEF-Auftrag in Brasilien unterrichtet hat, präsentierte 1994 mit "The Traveler" seine beste Einspielung unter eigenem Namen seit "Picture This" (1987).

Internationale Tourneen mit George Duke oder Randy Brecker und seiner neuen Ausgabe von Spectrum prägten die späten neunziger Jahre und die Zeit nach der Jahrhundertwende ebenso wie Aufnahmen mit dem dänischen Ensemble New (u. a. "Hope Street", 1997) oder dem London Jazz Orchestra, das 2000 eine Reihe von Kompositionen Cobhams realisierte. Unter seinen jüngeren Einspielungen sind "The Traveler" (1994), "Focused", "Inner Conflicts" (2000) und "North By Northwest" (2002) hervorzuheben. 2002 gastierte er mit Spectrum wieder in den USA.

Im Jahre 2001 eröffnete Billy Cobham seine von der internationalen Kritik begeistert aufgenommene Projektreihe "The Art Of Jazz", zunächst mit "The Art Of Three" in der Allstarbesetzung mit Kenny Barron und Ron Carter. Es folgten "The Art Of Four", mit Ron Carter, Donald Harrison und James Williams, und schließlich "The Art Of Five". Entstanden ist diese Projektreihe aus dem Wunsch Billy Cobhams, seine Erfahrung als Jazzmusiker systematisch zu erfassen und weiterzugeben in einer Art akustischem Lehrbuch. Cobham bietet dabei gültige Bestandsaufnahmen der Möglichkeiten von Jazzformationen in klassischen Besetzungen: Ideale Balance von Freiheit und Bindung, aufeinander eingeschwungenes Zuhören und elastischer Wechsel der Stimmführung in fein austarierter Kohärenz der Räume.

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